Spirulina, ein außergewöhnliches Cyanobakterium, gab es schon, bevor sich Tier- und Pflanzenwelt trennten.

Bei Spirulina handelt es sich um einen Mikroorganismus, der mit seiner Form einer Spirale nur einen Zehntel eines Millimeters misst und seit 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde existiert. Spirulina kommt in alkalischen, stark mineralhaltigen und leicht salzigen Seen (pH-Wert 8 bis 11) in der Nähe des Äquators auf natürliche Art und Weise vor. Spirulina wird allgemein als Mikroalge bezeichnet und wächst mittels Photosynthese, indem es seine Energie aus dem Sonnenlicht, der Luft und den Mineralstoffen in seiner Umgebung schöpft. Das Bakterium kann seine Masse so innerhalb von ein paar Tagen verdoppeln.

1) Spirulina hat viel zu bieten und ist gut verdaulich

Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen verfügt Spirulina über keine Zellulosewand. Es kann daher roh, frisch und getrocknet gut verdaut werden. Spirulina enthält sehr viel Proteine, seltene essentielle Lipide, Mineralstoffe, Antioxidantien und Vitamine und wird daher in sehr vielen Ländern angebaut, um gegen Mangelernährung zu kämpfen. Spirulina ist ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel mit besonders viel bioverfügbaren Nährstoffen.

2) Spitzenreiter in Bezug auf Eiweißwerte

Das Trockengewicht von Spirulina setzt sich zu 60 bis 70 % aus Proteinen zusammen. Mit diesem Eiweißgehalt führt Spirulina die Liste der stark proteinhaltigen Lebensmittel vor Soja, Fleisch und Eiern an. Bedenkt man, wie sehr letztere die Umwelt belasten, wird einem erst so recht bewusst, um was für ein großartiges Lebensmittel es sich bei Spirulina handelt. Die Proteine von Spirulina weisen außerdem eine hervorragende Qualität auf und Spirulina enthält alle essentiellen achte Aminosäuren, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Hinzu kommt, dass die Proteine von Spirulina durch das Fehlen von Zellwänden auch roh sehr gut aufgenommen werden können. Ein Vorteil für die Gesundheit und gleichzeitig sehr praktisch!

3) Spirulina stimuliert das Immunsystem und schützt vor dem Altern

Spirulina enthält etwa 15 Antioxidanspigmente. Dies wiederum erlaubt Spirulina, fast das ganze Sonnenspektrum einzufangen und dessen Energie zu speichern.

Betacarotin (Provitamin A) z. B. kommt in Spirulina in einer Menge vor, die 25 mal höher ist als in Karotten.

Seine grüne Farbe hat Spirulina von seinem Reichtum an Chlorophyll. Spirulina erreicht einen der höchsten Chlorophyllwerte der Pflanzenwelt (1 % des Trockengewichts). Chlorophyll ist eine ausgezeichnete Magnesiumquelle. Es wirkt stark entgiftend und ermöglicht es einem, Schwermetalle auszuschwemmen.

Bei Phycocyanin handelt es sich um ein cyanblaues Pigment, das bei Cyanobakterien vorkommt. Es kann bis zu 20 % des Trockengewichts von Spirulina ausmachen. Phyocyanin ist ein Antioxidans, stimuliert das Immunsystem, wirkt entzündungshemmend und antiallergisch und hilft, die Leber zu regenerieren. Nach dem Atomunglück von Tschernobyl bekamen 270 verstrahlte Kinder Phycocyanin. 80 % von ihnen, die damit drei bis sechs Monate lang behandelt worden waren, erkrankten im Gegensatz zu nicht behandelten Kindern nicht an Schilddrüsenkrebs. Phycocyanin soll die Reparatur der von radioaktiven Strahlen beschädigten DNA anregen, so dass sich die Zellen regenerieren können und von der Knochenmasse neue Stammzellen erzeugt werden können.

Seine Wirkung ist der von Erythropoetin ähnlich, d. h. Phycocyanin stimuliert die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff. Diese Eigenschaft sowie der sehr hohe Eisengehalt von Spirulin machen aus Spirulin ein Nahrungsmittel, mit dem man Anämie vorbeugen und behandeln kann.

Kürzlich haben Forscher aus Harvard ferner nachgewiesen, dass Phycocyanin in der Lage ist, die Verbreitung von verschiedenen Viren (Herpes-simplex-, Grippe-A-, Röteln-, Mumps-, Cytomegaloviren) zu begrenzen.

All diese ausgezeichneten Eigenschaften von Phycocyanin haben dazu geführt, dass es extrahiert und zu einem Preis von bis zu 800 € pro Kilo von der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie verkauft wird. Manchmal wird Spirulina daher ohne Phycocyanin vertrieben, so dass man sehr achtsam sein muss. Getrocknetes Spirulina mit einer hohen Konzentration an Phycocyanin besitzt eine sehr kräftige, grünblaue Farbe. Legt man es auf feuchtes Löschpapier, sieht man ziemlich schnell einen cyanblauen Kreis, der die Anwesenheit dieses kostbaren Pigments beweist.

4) Eine ausgezeichnete Quelle an Mineralstoffen und Spurenelementen

Die in Spirulina enthaltenen Mineralstoffe können sehr gut assimiliert werden, da sie weder Phytate noch Tanine enthalten.

Selbst wenn es zwischen den einzelnen Kulturen zu Abweichungen kommt, ist Spirulina immer stark eisenhaltig. So enthält es mindestens zehnmal mehr Eisen als rotes Fleisch. Sehr bemerkenswert ist außerdem, dass der Gehalt an Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalium dem in Muttermilch entspricht. Spirulina ist für uns daher wesentlich geeigneter als Kuhmilch und eignet sich ausgezeichnet dazu, Osteoporose und Gelenkproblemen vorzubeugen.

Im Allgemeinen ist Spirulina ferner nicht jodhaltig. Manche Kulturen werden jedoch mit Zink und Selen angereichert.

5) Mit Spirulina fit werden

Wie wir bereits gesehen haben, hilft Spirulina, sich während oder nach starken Anstrengungen zu erholen. Spirulina ist damit für Sportler sehr interessant. Es steigert außerdem die Konzentrationsfähigkeit, regt das Gedächtnis an sowie vermindert Stress und Müdigkeit. Spirulina ist alkalisch und hilft dabei, das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers aufrechtzuerhalten, ihn wieder fit zu machen und sein Immunsystem zu verbessern.

6) Vitamine A, B, D, E, F und K

Spirulina enthält außergewöhnlich viel Provitamin A und Betacarotin: 1 g Spirulina deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen! Spirulina ist daher das perfekte Lebensmittel für Haut und Augen. Als starkes Antioxidans reduziert es die Schäden, die freie Radikale an DNA, Proteinen und Zellmembranen verursachen. Indem es oxidativen Stress senkt, verzögert es Zellalterung und damit verbundene Erkrankungen.

Spirulina enthält sehr viel Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B7, B8, B9, D, E, F und K.

Je nach Studie und Autor wird sein Vitamin B12 als mehr oder weniger assimilierbar und aktiv betrachet. Dabei stellt sich die Frage, ob dies wirklich so wichtig ist, da manche Bakterien (Pseudomonas und Klebsiella) unserer Darmflora dieses Vitamin synthetisieren können, was im Übrigen zu sehr viel Publikationen geführt hat und Vegetarier und Veganer ganz stark beschäftigt. Außerordentlich wichtig ist daher, sich um unsere Darmflora gut zu kümmern und sie optimal zu versorgen, so dass sie ausgeglichen ist und die nötigen Synthesen realisieren kann.

7) Ein ausgezeichnetes Präbiotikum

Der hohe Nährstoffgehalt und die außergewöhnlich gute Verdaubarkeit machen aus Spirulina ein ausgezeichnetes Präbiotikum, das die Darmflora ernährt und daher unsere Gesundheit erhält. Spirulina fördert Wachstum und Diversität der richtigen Bakterien, welche die schlechten wiederum daran hindern, sich zu vermehren. Diese Bakterien sind außerdem für unser Immunsystem besonders wichtig und begünstigen die Verwertung der von uns aufgenommenen Nahrungsmittel.

8) Spirulina ist praktisch

Egal ob getrocknet oder frisch, Spirulina ist sehr einfach im Verbrauch. Man muss es weder schälen noch kochen. Getrocknet – man sollte es möglichst bei niedrigen Temperaturen trocknen, um alle seine Wirkstoffe zu erhalten – kann man es über mehrere Jahre aufbewahren, ohne dass sich der Nährwert verändert. Spirulina kann man ganz einfach auf Reisen oder Wanderungen mitnehmen. Es ist immer fertig zum Verbrauch. Man kann es außerdem in Salatsoßen, Smoothies, Salate und rohe oder gekochte Suppen mischen. Damit alle Wirkstoffe erhalten bleiben, sollte man allerdings darauf achten, Spirulina nicht auf mehr als 42 ° C zu erhitzen. Farbe bringt Spirulina in alle ihre Speisen.

Da Spirulina kein Vitamin C aufweist, sollte man es möglichst mit einem Lebensmittel essen, das Vitamin C enthält (Zitronen, Orangen, Petersilie etc.), damit das in Spirulina enthaltene Eisen vom Organismus gut absorbiert wird. Mehr als 20 g getrocknetes Spirulina sollte man am Tag nicht zu sich nehmen und außerdem darauf achten, genügend zu trinken.

9) Ein sehr umweltverträglicher Anbau

In unseren Breiten wird Spirulina auf größeren und auch kleineren Höfen angebaut. Man kann Spirulina auch selbst anbauen und frisch essen. Einfach köstlich!

Für den Anbau von Spirulina sind weder große Flächen noch viel Wasser nötig. Um die Tagesdosis an Spirulina (5 bis 10 g) für eine Person zu produzieren, reichen 1 bis 2 m². Spirulina wird in abgedeckten Becken angebaut. Man braucht dazu Wasser, Mineralsalze, etwas Stickstoff (Harnstoff oder Urin), Wärme (28 – 35° C), Licht und ausreichende Belüftung. Je nach geografischer Breite kann man Spirulina ganzjährig oder nur in der wärmsten Jahreszeit mit der meisten Sonneneinstrahlung kultivieren.

Zum Vergleich: Mit Spirulina wird auf einen Hektar 250 mal mehr Protein erzeugt als mit der intensiven Aufzucht von Rindern. Im Vergleich zu Soja handelt es sich immer noch um 15 mal mehr Eiweiß. Beim Anbau von Spirulina benötigt man 20 mal weniger Wasser als beim Anbau irgendeines Getreides sowie 100 mal weniger als im Rahmen einer intensiven Rinderzucht. Wenn man da nicht ins Schwärmen kommt!

Spirulina hat aber noch mehr auf Lager. Kulturen mit Spirulina benötigen weder Medikamente, Antibiotika, Vitamine, Hormone, Insektizide oder Fungizide noch Herbizide oder Pestizide. Natürlich gilt es, auf die Wasserqualität, andere Hilfsstoffe und die Materialien zu achten, aus denen das Becken besteht. Eine gut geführte Kultur produziert keine Emissionen und keine Treibhausgase, ganz im Gegenteil: Sie trägt dazu bei, die Luft zu reinigen, indem sie große Mengen an Dioxygen produziert und pro Jahr und pro Hektar 40 Tonnen Kohlendioxid verbraucht. Spirulina leistet damit einen großen Beitrag zum Gleichgewicht der Natur.

10) Spirulina ist günstig

Spirulina aus französischer Landwirtschaft kostet pro Kilo zwischen 120 und 170 €, wobei der Durchschnittspreis bei 150 € pro Kilo liegt. Werden kleinere Mengen verkauft, ist der Preis höher. Auf den ersten Blick wirkt dieser Preis sehr hoch. Behält man jedoch im Auge, dass eine Person pro Tag nur 5 bis 20 g Spirulina konsumiert, liegt man bei einem Tagespreis von 0,70 € bis 1,50 €. Ein durchaus erschwinglicher Preis. Natürlich findet man auf dem Markt auch importiertes, billigeres Spirulina. Es kommt aus den ärmsten Ländern unserer Erde, wo die Kulturen teilweise von NGOs angelegt wurden, um gegen Mangelernährung zu kämpfen und nicht, um Spirulina zu exportieren. Wenn wir dieses Spirulina kaufen, verhindern wir, dass die dortige Bevölkerung ein Nahrungsmittel bekommt, das sie dringend benötigt, UND schaden unseren eigenen Landwirten.

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