Teil 1: Wie kommt es zu Depressionen bzw. Winterblues?

WINTERBLUES: EIN PHÄNOMEN UNSERER POSTMODERNEN GESELLSCHAFT

Unlust, Müdigkeitserscheinungen, Energiemangel usw. kennen wir am Ende des Winters fast alle. In welchem Ausmaß wir davon betroffen sind, hängt von jedem Einzelnen und seinen Lebensumständen ab. Viele Personen klagen während der „trüben“ Jahreszeit unter Depressionen und machen dafür den Winter verantwortlich.

Befragt man hierzu „Spezialisten“ (Ärzte, Psychologen und sogar manche Heilpraktiker), bekommt man folgende Antwort: „Machen Sie sich keine Sorgen, das liegt nicht an Ihnen, das ist ganz normal. Die Art, wie Sie leben, spielt da gar keine Rolle, schuld ist das fehlende Licht.“

Anders ausgedrückt: „Ihr Körper ist unfähig und die Natur ist gegen Sie.“

Ein Mangel an Licht wirkt sich in der Tat auf die Produktion von Hormonen und Neurohormonen aus, so z. B. auf die Herstellung des Wohlfühlhormons Serotonin als auch auf die des Schlafhormons Melatonin. Dem ist man jedoch nicht willkürlich ausgesetzt.

Von beiden Hormonen sowie von ein paar anderen, wie z. B. Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol und Progesteron, ist in der Regel dann die Rede, wenn es um Depressionen oder Winterblues geht. Meistens beschränkt man sich dann darauf zu betonen, dass die Produktion von Hormonen und Neurohormonen im Winter abnimmt, so dass es zu vorschnellen und auch falschen

Schlüssen kommt: „Im Winter gibt es nicht genügend Licht, daher geht Ihre Hormonproduktion zurück. Keine Panik, hierfür gibt es Kapseln und diverse Nahrungsergänzungsmittel, die Ihnen dabei helfen können, dieses Problem auf natürliche Art und Weise zu lösen.“

Dabei könnte man auch sagen:

  • „Ihr Körper ist unfähig und die Natur gegen sie. Vielen Dank an Wissenschaft und moderne Technologien.“
  • „Tiere sind keine Wissenschaftler, wissen aber dennoch Bescheid.“

Mit diesem Artikel biete ich Ihnen an, das Thema aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.

 

URSACHEN VERSTEHEN

Bei Depressionen wird der Frontallappen nicht genügend durchblutet, sie sind also vaskulär bedingt. Eine Hauptursache von Depressionen liegt in der mangelnden Versorgung der Zellen mit Blut. Wie aber kommt es dazu?

Damit Blut den Kopf und das Gehirn erreichen kann, muss es gegen die Schwerkraft ankämpfen, wofür eine Menge Energie benötigt wird.

Diese Energie kann aufgrund folgender Punkte nicht in ausreichender Form vorhanden sein:

  1. Erschöpfungszustände bzw. ein schlecht funktionierendes Nervensystem
  2. Eine Belastung des Körpers mit Abfallprodukten, Schad- und/oder Giftstoffen
  3. Mangelernährung oder eine nicht ausreichende Absorption von Nährstoffen

Weshalb ist dies so? Ganz einfach, weil die Anpassungsfähigkeit unseres Körpers begrenzt ist.

Wer sich nicht genügend ausruht, ist irgendwann erschöpft.

Viele von uns haben die Angewohnheit, während der Wintermonate, in denen die Tage kurz und kalt sind und die Sonne nur wenig scheint, sehr aktiv zu sein, statt sich an der Natur und den Tieren ein Beispiel zu nehmen und sich auszuruhen. Wir setzen uns zu häufig künstlichem Licht, WLAN sowie vielen anderen Reizen aus, essen stark verarbeitete Lebensmittel und sitzen zu lange vor Fernseher und Internet.

Wir belasten so unser Nervensystem, lassen uns unsere Lebensenergie rauben und zerstören uns nach und nach selbst.

 

UNSERE ART ZU LEBEN

Wir setzen jedoch nicht nur zu wenig auf Erholung, wir setzen uns viel zu vielen Reizen aus. Wie sieht es außerdem mit unserem Schlaf aus? Können wir mit unserem Schlaf wirklich zu neuen Kräften finden? Kann man wirklich sagen, dass man sich ausruht, wenn man bei einer Tüte Chips auf der Couch liegt und fernsieht?

Damit der Körper zur Ruhe findet, muss er Melatonin herstellen. Melatonin wird jedoch nur erzeugt, wenn die Schilddrüse die entsprechenden Informationen bekommt, wenn die Produktion von Adrenalin und Kortisol zurückgefahren wird und unsere Zirbeldrüse darüber informiert ist, dass die Intensität des Lichts abnimmt.

Wie ich bereits erwähnt habe, sind wir zu vielen Reizen ausgesetzt. Wir produzieren daher zu viel Adrenalin und Kortisol. Wenn es dunkel wird, gehen wir außerdem nicht ins Bett, sondern setzen uns künstlichem Licht aus, sitzen vor unseren Bildschirmen, nutzen unseren WLAN-Anschluss usw. Melatonin produzieren wir daher kaum.

Für unseren Organismus ist diese Art zu leben jedoch Stress pur. Durch diesen chronischen Stress fordern wir die Anpassungsfähigkeit unseres Organismus viel zu sehr heraus und verursachen eine massive Produktion von Kortisol und Adrenalin, was zu einer Übersäuerung sowie zu einer Schwächung unseres Organismus führt und die Herstellung von anderen Hormon, wie z. B. Schilddrüsenhormonen und Nebenschilddrüsenhormonen behindert.

In der Folge funktioniert nichts, wie es soll: Stoffwechsel, Verdauung, Absorption von Nährstoffen, Ausscheiden von Abfallprodukten… Schließlich kommt es zu Mangelerscheinungen und Toxämie. Grund dafür sind auch zu stark verarbeitete, industrialisierte Lebenmittel mit viel Chemie, sowie bestimmte Essgewohnheiten: Wir essen bei Lärm, kombinieren die falschen Lebensmittel miteinander, wir essen zu den falschen Zeiten, wir überessen uns, achten nicht auf unser Verdauungssystem, geben ihm keine Zeit, zu verdauen, Nährstoffe aufzunehmen, zu verwenden und Schadstoffe auszuscheiden…

Irgendwann ist unser Organismus dann nicht mehr in der Lage, die Giftstoffe und Abfallprodukte, die er über die Nahrung aufgenommen hat, auszuscheiden, was ihn wiederum daran hindert, Nährstoffe zu absorbieren. Sogar bei manchen Menschen, deren Ernährung sehr ausgewogen, gesund und vielseitig ist, kann es so zu zahlreichen Mangelerscheinungen kommen.

Unsere moderne Ernährung liefert uns häufig nicht, was wir brauchen. Die Lebensmittel sind hierfür zu stark verarbeitet, unser Körper hat in der Regel Probleme, Moleküle zu erkennen, die stark verarbeitet und verändert wurden.

 

Unser Körper braucht frische, naturbelassene Lebensmittel

Auch Obst und Gemüse aus dem Supermarkt fehlt es an Mikro- und Makronährstoffen. Zum einen kommt es durch übermäßiges Erhitzen während des Kochvorgangs zu einer Veränderung der biochemischen Eigenschaften von Lebensmitteln, zum anderen wächst dieses Obst und Gemüse auf leblosen Böden, ja meist sogar nicht einmal auf Böden.

Viele Menschen haben keine Lust dazu, sich irgendwelche Fragen zu stellen und ihr Leben zu verändern. Sie sind lieber der Überzeugung, dass unser Organismus permanent Hilfe braucht, dass die Natur gegen uns ist und dass uns bestimmte Pillen und Tabletten schon helfen werden.

Dabei gäbe es auch eine andere Lösung: seinen Lebensstil kritisch betrachten und ändern. Hierzu in ein paar Wochen mehr!

 

Eatman – Anhänger der Permakultur und Lebensberater

 

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