Rohkost Entsafter

Irène Grosjean ist seit über 50 Jahren Naturheilkundlerin sowie eine Pionierin der lebendigen Ernährung.

Irène Grosjean, warum nehmen Sie Ihr Essen roh zu sich?

Dazu möchte ich zunächst anmerken, dass  „rohes Essen” und „lebendiges Essen” nicht unbedingt das Gleiche sind. Ein roher Schinken z. B. ist keine lebendige Nahrung. Wer lebendige Nahrungsmittel wählt, versorgt sich mit der Energie von Erde, Luft, Sonne und Wasser, also mit der Energie des Lebens, die uns nur rohe Pflanzenkost bieten kann.

Gekochtes Gemüse kann uns nicht die Energie liefern, die es durch Erhitzung verloren hat. Wer gekochte Samen sät, hat keine Ernte. Wer versucht, hartgekochte Eier auszubrüten, wird es nie zu Küken bringen!

Unseren gesunden Menschenverstand haben wir da wohl durch das Kochen von Lebensmitteln verloren. Im Gegensatz zu uns haben sich wilde Tiere ihren Instinkt bewahrt. Sie essen das, was die Natur für ihr Verdauungssystem vorgesehen hat. Wir Menschen jedoch halten uns für die am weitesten entwickelte Spezies auf diesem Planeten, haben unseren Instinkt aber weitestgehend verloren… oder besser: Wir haben ihn durch unseren Intellekt ersetzt, der sich vom Universum nicht mehr leiten lässt. Dabei ist dieses Universum eigentlich dazu gedacht, alle Kreaturen zu ihrem und dem Wohlergehen der anderen zu informieren und zu führen.

Unser Verdauungssystem ist das gleiche wie das der großen Affen, von denen wir ja abstammen sollen. Wir sollten uns also eigentlich wie diese Affen ernähren, die sich mit dem versorgen, was sie sammeln können, so wie auch wir es immer hätten machen sollen.

Wir haben alle gelernt, dass die ersten Menschen Sammler waren, die sich dann zu Sammlern und Jägern entwickelt haben. Warum es zu dieser Entwicklung kam, wirft große Fragen auf. Ich möchte nicht behaupten, darauf DIE Antwort zu haben. Wenn wir voraussetzen, dass es die Sintflut, Atlantis und die Aufspaltung der Erde in Kontinente gab, wäre es möglich, dass die Sonneneinstrahlung der Erde durch diese Ereignisse abnahm, was wiederum für das Wachstum der Obstbäume nicht gerade optimal gewesen wäre. Dies könnte erklären, warum Menschen nicht nur die Kälte, sondern auch das Feuer entdeckt haben. Dieses hat ihnen nicht nur erlaubt, sich aufzuwärmen, sondern auch, ihre Blätter, Samen und Wurzeln, welche die kaum noch vorhandenen Früchte ersetzen, zu kochen… Da dieser Nahrung durch das Kochen ihrer Energie beraubt worden war, kann man außerdem vermuten, dass Menschen anschließend damit begonnen haben, Tiere zu töten, um sich deren Energie einzuverleiben.

 

Was sind Ihrer Meinung nach die Folgen dieser Ernährung?

Als Menschen sich so zu ernähren begannen, hatten Sie nicht das Verdauungssystem eines Fleischfressers. Die Harnsäure, die bei der Verdauung von Fleisch entsteht, konnten sie nicht eliminieren, so dass diese sich in ihren Körpern ablagerte. Die Folge hiervon war, dass die Menschen immer cholerischer, gewalttätiger und kampflustiger wurden, dass sie Schmerzen bekamen und Krankheiten.

Hinzu kam, dass sie gleichzeitig damit anfingen, Samen und gekochte, stärkehaltige Pflanzen zu essen, welche die Leber, welche für die Verdauung von Obst vorgesehen war, nicht vollständig verarbeiten konnte. Dies wiederum erklärt, warum es anschließend zu Folgeerkrankungen kam, die zwar nicht schmerzhaft, aber doch unangenehm waren.

Die Verbindung zur Intelligenz des Universums hatten diese Menschen verloren. Ihre vergifteten Zellen, welche sich in einem Mangelzustand befanden, konnten nur noch bestimmte Frequenzen empfangen. Diese waren umso niedriger und zerstörerischer, desto vergifteter und mangelversorgter die menschlichen Zellen waren. Während höhere Frequenzen die Menschen informierten und leiteten, führten niedrigere Frequenzen weg vom guten Menschenverstand in die Irre.

Unser Paradies, ein Leben voller Gesundheit, Freude, Frieden, Liebe und Kreativität, für das uns die Natur alles bereitgestellt hatte, haben wir so gegen eine Hölle eingetauscht, die für die meisten von uns voller Leid, Elend, Kriegen und Krankheiten war.

 

Was würden Sie jemandem sagen, der mit lebendiger Ernährung beginnen möchte?

Ich würde ihm sagen, dass der menschliche Motor v. a. Früchte benötigt und dass Gemüse für den guten Zustand der Karrosserie wichtig ist. Es ist also sehr wichtig, Früchten den Vorzug zu geben und daraus am Tag mindestens eine Mahlzeit zu machen! Sollten wir außerdem durch das Essen von Fleisch oder Milchprodukten stark demineralisiert sein, empfiehlt es sich sehr, während einer anderen Mahlzeit, die aus mehr Rohkost, grünen Salaten, Keimlingen und lactofermentiertem Gemüse besteht, zwei große Gläser frisch gepressten Gemüsesaft zu trinken.

Früchte versorgen uns mit dem Zucker, aus dem wir unsere Energie beziehen. Blätter, Gemüse und zarte Wurzeln statten uns mit den Mineralien aus, die wir dringend benötigen. Mit Gemüsesäften können wir uns zweimal oder dreimal so viel Mineralstoffe zuführen wie mit Rohkost, da wir davon gar nicht genügend essen könnten.

Zu Keimlingen gilt es Folgendes zu sagen:

Sie enthalten 20 bis 40 mal mehr Proteine als Fleisch,

4 mal mehr Kalzium als Milchprodukte,

3 mal mehr Eisen als Tierleber sowie

unglaublich viel Enzyme und Energie.

Früchte sollte man daher immer zu Salaten und Rohkost servieren. Dazu Knoblauch, Zwiebel und Kräuter.

Bleiben noch die lactofermentierten Gemüse, die die Regeneration der Darmflora, die in den seltensten Fällen intakt ist, sehr fördern. Da unsere Psyche, unsere Gefühle und unser Körper vom Darm beeinflusst werden, sollte man lactofermentiertes Gemüse zu Beginn unserer Nahrungsumstellung beinahe täglich essen.

Unsere Zellen können so höhere Frequenzen erreichen. Frequenzen, die für die guten Seiten des Lebens stehen.

Unsere wiedererlangte Gesundheit erlaubt es uns, glücklich, kreativ und voller Harmonie zu sein, einen klaren Kopf und die Energie zu haben, um unsere Ideen in einem gesunden Körper umzusetzen. Was kann es Besseres geben?

Dank dieser lebendigen Ernährung, bei der es sich um die Form von Ernährung handelt, die wir ursprünglich hatten, bekommt unser Körper zusätzliche Energie und wird sich beeilen, die Schadstoffe auszuspülen, die er aufgrund seiner bisherigen, gekochten und toten Mangelnahrung mit nur wenig Nährstoffen tief in sich gespeichert hat…

In jenem Moment begegnen wir all jenen Krankheiten und Symptomen, die in Wirklichkeit nur Hilferufe unseres Organismus sind. Wenn wir uns von unserer Angst beeinflussen lassen, uns Illusionen hingeben und die Gesetze des Lebens nicht kennen, werden wir uns beeilen, um diese Symptome zu behandeln und mit ihnen so umzugehen, wie wie wir es gelernt haben, d. h. wir werden versuchen, das von der Entgiftung verursachte Unwohlsein und die damit verbundenen Krankheiten loszuwerden. Ganz genau, als ob wir die Warnlämpchen im Auto ausschalten würden, ohne zu suchen, warum diese angegangen sind, und ohne uns um die Ursache zu kümmern.

Sich zu reinigen und zu entgiften kostet unseren Organismus sehr viel Energie. Es ist also möglich, dass wir uns sehr müde fühlen und dass es durch das Ausschwemmen von Aminosäure-Resten zu einem Brennen oder zu Schmerzen kommt. Das Lösen von Schleim kann außerdem recht unangenehm sein. Wenn wir versuchen, so „gesund” zu werden, wie wir es immer gewohnt waren, und indem wir unseren Körper daran hindern sich zu reinigen, existieren alle diese Symptome nicht mehr und wir halten uns für „geheilt”. Sicher sieht das auch so aus. In Wirklichkeit aber entwickeln sich diese Schadstoffe, die unser Körper ausschwemmen wollte, die er aber speichern musste, zu tiefergreifenden, schwerwiegenden Erkrankungen. In einem von drei Fällen zu Krebs. Außerdem zu Schlaganfällen, Lähmungen, Amokläufen, Selbstmorden usw.

Vermeiden können wir dies, indem wir unseren Körper verstehen und ihn unterstützen, Schadstoffe auszuschwemmen, so dass wir ihm wieder zu Gesundheit und Wohlbefinden verhelfen, statt ihm das zu verbieten, was er zu tun hat. Zu einer wirklichen Form von Gesundheit, die ganz und natürlich ist und für die die Natur uns alles bereitstellt. Die Wahl hierfür steht uns frei!

 

 

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