Moderne Allergien
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Sollte man glutenfrei essen?

Das Gluten ist ein Protein, Bestandteil von Getreideeiweiß, hauptsächlich in Weizen, aber auch in Gerste, Hafer, Roggen und Dinkel enthalten. Für sich genommen ist es keine gefährliche oder giftige Substanz, trotz der momentan zunehmenden Allergien und Unverträglichkeiten, die es hervorruft. Das Gluten entwickelt sich auf natürliche Weise bei der Brotherstellung und gibt dem Teig Elastizität und Struktur und lässt ihn aufgehen (das macht er bei Verwendung von glutenfreiem Getreide nicht).

Das Problem liegt nicht am Gluten selbst, sondern an den modernen Backverfahren,  die dem Teig nicht genügend Zeit lassen, zu gären, um leicht verdaulich zu werden. Bei einem langen Gärungsprozess (etwa 15 Stunden) baut sich das Gluten so weit ab, dass es keine Verdauungsstörungen mehr verursachen kann.

Ein anderes Problem kommt von der Hybridisierung des Weizens. Früher wurden Weizenmischungen aufs Feld gesät, winterhart und unverfälscht. Die Widerstandsfähigsten  schützten die empfindlicheren Sorten, ein natürliches, intelligentes und harmonisches Zusammenspiel. Der Weizen von heute ist nicht mehr derselbe wie früher: Er wurde  manipuliert und modifiziert, um den höchstmöglichen Ertrag zu bringen. Weizen besteht heute aus 42 verschiedenen Chromosomen, die alten Sorten hatten nur 14!

Übrigens wird Gluten heute als Additiv sehr vielen industriell verarbeiteten Produkten zugesetzt, und Sie finden es auf vielen Etiketten ausgewiesen…

Das Gluten ruft bei zahlreichen Menschen unangenehme Begleiterscheinungen hervor, die von einer schlichten Unverträglichkeit bis zu wahren Gesundheitsstörungen (Allergien) reichen: Verdauungsstörungen, Durchfall, Kopfschmerzen, Gemütsschwankungen bis hin zu Depressionen, unerklärbare Müdigkeit…  Diese Symptome treten auch bei Zöliakie, eine  Autoimmunerkrankung, bei der die Antikörper die Darmwände angreifen und schwächen und somit die Absorbierung von Nährstoffen erschweren.

In Wirklichkeit reagiert aber nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung allergisch auf Gluten (ca. 1 %). Die meisten Menschen vertragen es sogar gut. Wenn Sie Zweifel haben, ist es besser einen Test zu machen, indem Sie mindestens eine Woche lang vollständig auf Gluten in Ihrer Nahrung verzichten, und abwarten, wie Sie sich dabei fühlen. Stellen Sie eine wirkliche Besserung fest, dann heißt es, dass bei Ihnen wahrscheinlich eine Gluten-Unverträglichkeit oder sogar eine Gluten-Allergie vorliegt.

Wenn sich die Allergie bestätigt, dann ist die einzige Lösung, vollständig auf Gluten in der Nahrung zu verzichten und die Regenerierung Ihres Dünndarms zu unterstützen; haben Sie Geduld und geben Sie Acht auf sich.

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Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien

In unserer heutigen Zeit ist eine Zunahme von Nahrungsmittelintoleranzen und Allergienzu verzeichnen: Am meisten betroffen sind Gluten, Laktose, Eier, Ölsaaten, Krustentiere und Soja.

Woher stammt dieses Phänomen?

Diese Phänomene wie Intoleranzen und Allergien, die zu mehr oder weniger schweren Verdauungsstörungen und Erscheinungen wie Ödemen, Juckreiz, Hautausschlägen oder gar Stimmungsstörungen führen, stehen in engem Zusammenhang mit einer Schädigung des Darms, insbesondere mit einer intestinalen Hypermeabilität. Um dies zu verstehen, ist zu beachten, dass die Aufnahme von Nähr- und Mikronährstoffen über Zellen erfolgt, die als Tight Junctions(„dichte Verbindungen“) bezeichnet werden. Sie bedecken die Darmwand und sortieren aus, was ins Blut gelangen kann (= Moleküle, die durch die Verdauung klein genug gemacht werden, um sie zu passieren), und was über den Stuhl ausgeschieden werden muss (= große unverdauliche Moleküle). Bei einem geschädigten Darm lockern sich diese dichten Verbindungen und lassen auch große Partikel passieren, was eine Reaktion des Körpers auslöst: eine Intoleranzoder in den schwersten Fällen eine Allergie.

Im Gegensatz zur Intoleranz handelt es sich bei einer Allergieum eine Reaktion des Immunsystems, das Moleküle, die die Darmbarriere erfolgreich passiert haben, als einen zu bekämpfenden Feind behandelt. Darüber hinaus verursacht bereits eine sehr geringe Menge des Allergens eine Reaktion, im Gegensatz zu Intoleranz. Die Reaktionen können manchmal sehr ernst sein, am schlimmsten ist das Angioödem, das eine sofortige medizinische Behandlung erfordert, sobald die ersten Symptome auftreten. Allergien können sich im Laufe der Zeit verändern, plötzlich auftreten oder von einem Tag auf den anderen verschwinden. Sie können auch vererblich sein.

Intoleranzen  verursachen zunächst weniger schwerwiegende Reaktionen, führen aber zu dauerhaften Schädigungen des Darms: Durch unverdaute Nahrung angegriffen und entzündet, wird er immer poröser und durchlässiger. Die Schwierigkeit besteht darin, zu erkennen, welchen Lebensmitteln gegenüber man intolerant ist. Nimmt man sie weiterhin auf, beginnt ein Teufelskreis: Je häufiger man ein Nahrungsmittel isst, gegen das man intolerant ist, desto poröser wird der Darm, desto stärker werden die Intoleranzen und Allergien, desto mehr nimmt die Porosität zu usw.

Im Allgemeinen kann man Lebensmittel, die bei uns Allergien auslösen, schnell bestimmen. Intoleranzen sind hingegen schwieriger zu erkennen, aber es gibt mehrere Methoden, um sicher zu sein: Essen Sie die vermuteten Nahrungsmittel einzeln, indem Sie sie von anderen Mahlzeiten isolieren. Achten Sie darauf, wie Ihr Körper sie aufnimmt und verdaut, oder lassen Sie gezielte Bluttests in spezialisierten Labors durchführen.

Die beste Entscheidung ist auf jeden Fall, auf dieRegenerierung des Darmshinzuarbeiten, indem man die Ernährung und gegebenenfalls auch die Lebensgewohnheiten allgemein ändert und gezielte Nahrungsergänzungsmittelzu sich nimmt.

Ist Laktose schädlich?

Laktose ist ein Kohlenhydrat, das in Milchprodukten tierischen Ursprungs enthalten ist. Diese Produkte werden heute zunehmend wegen Darmstörungen angeprangert, die sie bei einigen Menschen verursachen, aber auch von Tierschützern, die der Milchindustrie vorwerfen, dass sie weibliche Tiere massiv ausbeutet, indem sie fast ununterbrochene Schwangerschaften provoziert, die Kälber frühzeitig von den Muttertieren trennt und ihnen die Milch nimmt.

 

Für die Verdauung von Laktose ist das Vorhandensein eines Enzymsmit der Bezeichnung Laktaseim Darm erforderlich. Fehlt dieses Enzym, besteht eine Intoleranz: Unverdaute Laktosepartikel verursachen eine Fäulnisbildung im Darm, die langfristig den Darm schädigt und porös macht.

 

Laktase wird bei Kleinkindern in großen Mengen produziert und verringert sich im Laufe des Wachstums, was uns ermutigen sollte, mit zunehmendem Alter nach und nach auf tierische Milchprodukte zu verzichten.

 

Abgesehen von dieser natürlichen Intoleranz sind Milchprodukte zum Teil verantwortlich für das, was in der Naturheilkunde als Mucusbezeichnet wird, d.h. überschüssiger Schleim, der verschiedene Gesundheitsprobleme wie Anginga, Schleimhusten, Wundinfektion, Auftreten von festsitzendem Schleim usw. auslöst.

 

Durch den Vergleich der Zusammensetzung der Muttermilch mit der von Kuhmilch, die beide sehr unterschiedlich sind, lässt sich die Kompatibilität von tierischen Milchprodukten mit der menschlichen Physiologiein Frage stellen. Muttermilch ist viel reicher an Kohlenhydraten (unverzichtbar für die Entwicklung des Gehirns), Lipiden und Taurin (eine Aminosäure, die ebenfalls an der Entwicklung des Gehirns beteiligt ist) als Kuhmilch, die viel mehr Eiweiß und Kalzium enthält, die als wichtige Bestandteile für das rasche Wachstum von kleinen Kälbern dienen. Man bedenke, dass ein Kalb sein Geburtsgewicht innerhalb von drei Monaten verdreifacht, während ein Baby ein Jahr benötigt, um dies zu erreichen.

 

Auch wenn unser Körper Laktose und Milchprodukte im Allgemeinen verträgt, so kann man sich jedoch aus philosophischer Sichtfragen, welche Logik den Konsum von tierischen Milchprodukten begründet. Hat jemals jemand eine Katze gesehen, die freiwillig Eselsmilch konsumiert? Eine Kuh, die Rattenmilch trinkt? Ein Kaninchen, das Ziegenmilch trinkt? Nur der Mensch findet es normal, die Milch einer anderen Art im Überfluss zu konsumieren … Wenn wir hingegen Muttermilch und alle daraus hergestellten Produkte (Joghurt, Käse, Butter, Eiscreme usw.) in den Geschäften finden würden, würden wir sie dann gerne kaufen? Wir müssen uns daher den Tatsachen stellen: Der Konsum von Milch im Erwachsenenalter ist nicht normal, und der Konsum von Milch einer anderen Art noch weniger.