Beiträge

Bei Kefir handelt es sich um ein fermentiertes Getränk auf der Basis von Kefirkörnern, bei denen es sich um Wirklichkeit um eine Gruppe von Bakterien, Hefen und Polysacchariden (Mehrfachzucker) handelt. Ursprünglich stammt dieses Getränk aus dem Kaukasus, einer Gegend zwischen Russland und Georgien. Die Bakterien im Kefir sorgen für ein gesundes Gleichgewicht in unserer Darmflora, unserem zweiten Gehirn, und helfen dem Darm, die Abfallprodukte aus unserer Ernährung zu entsorgen.

Verschiedene Kefirsorten

Es ist möglich; Fruchtkefir herzustellen. Fruchtkefir wird auch Wasserkefir genannt. Es handelt sich dabei um die gesündeste und gleichzeitig auch ökologischste Kefirsorte. Zur Herstellung von Wasserkefir benötigt man Kefirkörner, reines Wasser, Rohzucker, eine Zitrone, Feigen oder andere Trockenfrüchte. Da der Zucker vergärt wird, stellt Kefir im Hinblick auf Zucker kein Problem dar. Zur Herstellung von Fruchtkefir gibt es alle möglichen Rezepte, manchen verwenden auch Kokoswasser.

Es ist auch möglich, Kefir mit Milch herzustellen. Der Milchzucker wird während der Milchsäuregärung in Milchsäure umgewandelt, so dass Kefir auch von Menschen mit Laktoseintoleranz sehr gut vertragen wird. Die Kefirkörner sind in diesem Fall anders, da sie nicht aus denselben Bakterien bestehen.

Die wohltuende Wirkung von Kefir

Wie wir bereits im Artikel über die Darmflora gesehen haben, spielen die im Darm vorhandenen Bakterien für unsere Gesundheit eine große Rolle. Die in Kefir vorkommenden Bakterien und Hefen sind probiotisch und machen Kefir so zu einem sehr gesunden Getränk.

1. Kefir regt die Verdauung an

Wenn in unserem Darm genügend befreundete Bakterien vorhanden sind, funktioniert unser Verdauungssystem wunderbar, Nährstoffe werden gut aufgenommen. Lebensmittel werden besser verdaut, da die Bakterien Nährstoffe in kleinere aufspalten und sie so für den Organismus bioverfügbar machen. Im Colon zersetzen sie die Lebensmittel, die im Dünndarm nicht umgewandelt werden konnten; und eliminieren Giftstoffe. Außerdem regulieren Bakterien den Säuregrad des Magens.

2. Kefir stärkt die Darmflora und baut sie wieder auf

Kefir ist für Menschen zu empfehlen, die Antibiotika nehmen müssen oder gerade Antibiotika genommen haben. Kefir naut nämlich die von Antibiotika zerstörte Darmflora wieder auf.

Kefir versorgt die gesamte Darmflora mit den richtigen Bakterien und trägt so zu deren Gesundheit bei. Ferner bringt Kefir den Transit in Gang und hilft so bei Verstopfung.

3. Kefir reduziert Probleme mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Darmflora beeinflusst auch Dicke und Erneuerung der Darmschleimhaut und vermeidet so die Durchlässigkeit der Darmwand (intestinale Permeabilität), die zu zahlreichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten führt. Was nicht verdaut werden kann, geht nicht ins Blut über, sondern wird im Darm abgebaut und beeinflusst – wie wir später sehen werden –  Immunsystem und Gleichgewicht der Darmflora. Der Verzehr von Kefir reduziert bei Mäusen auch die allergisch bedingte Entzündung der Bronchialschleimhaut. In der Tat sinken durch den Verzehr die Indikatoren der Immunreaktion (Zytokine und IgE). Parallel hierzu verkrampfen sich auch die Bronchien weniger und die Produktion von Schleim nimmt ab (Lee et al., 2007).

Bei der Milchsäuregärung wird von den Milchsäurebakterien Milchsäure erzeugt. Laktose ist dabei nicht im Spiel. Es handelt sich vielmehr um eine natürliche Art der Milchsäuregärung, die von Lactobazillen, also befreundeten Bakterien, ausgeht. Lactobazillen sind z. B. in Böden, Gemüse sowie im Organismus von Menschen und Tieren vorhanden.

4. Kefir stärkt das Immunsystem

Die in Kefir enthaltenen Milchsäurebakterien wirken antibakteriell und schützen den Organismus auch vor Infekten. Probiotische Bakterien schränken nämlich das Wachstum von Krankheitserregern und Fäulnisbakterien im Darm ein. Kefir desinfiziert auf natürliche Art und Weise, fördert außerdem den Stoffwechsel sowie die Zellatmung.

Eine 1997 vom Team um Kabayama durchgeführte Studie zu Kefir hat außerdem gezeigt, dass Kefir und Kefiran (der wichtigste in Kefir enthaltene, wasserlösliche Mehrfachzucker) die Wirkung von Stresshormonen auf die Produktion von Beta-Interferon verhindern bzw. reduzieren. 

5. Kefir senkt den Blutdruck

Anhand von neun bereits vorhandenen Studien haben Forscher  bei 543 Erwachsenen den Zusammenhang zwischen Blutdruck und dem Verzehr von probiotischen Bakterien untersucht. Gemäß einer am 21. Juli 2014 in der Zeitschrift Hypertension veröffentlichten Studie soll der Verzehr von probiotischen Substanzen (zu denen auch Kefir gehört) den Blutdruck im Schnitt um 2,97 mmHg senken. (Von Bluthochdruck spricht man, wenn der Wert 90 mmHg diastolisch überschreitet.) Während Probiotika mit vielen verschiedenen Bakterien den Blutdruck senken sollen, soll dies bei denen, die nur eine Sorte von Bakterien enthalten, nicht der Fall sein.

6. Kefir reguliert den Cholesterinspiegel

„Wir denken, dass Probiotika nicht nur dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken. Sie sind auch in der Lage, den Cholesterinspiegel zu reduzieren.” (Jing Sun, Hauptverantwortlicher der obengenannten Studie)

7) Kefir liefert viele wichtige Bakterien

In Kefirkörnen hat man über 20 verschiedene Bakterientypen festgestellt! Je nach Herkunft sind die Bakterien unterschiedlich. Es macht daher Sinn, seine Bakterienkörner abzuwechseln und z. B. zu tauschen…

8) Kefir reduziert Ekzeme

Ekzeme sollen auf eine schlechte Durchlässigkeit des Verdauungssystems oder eine unausgewogene Darmflora zurückzuführen sein, was wiederum erklärt, warum Kefir bei Ekzemen hilft.

9) Kefir wirkt antioxidativ

Die Arbeiten von Nagira et al. (2002) mit verschiedenen menschlichen Zellen haben gezeigt, dass wässriges Kefirextrakt die Zellschäden begrenzt, die durch UV-Strahlen verursacht werden. So konnte herausgestellt werden, dass Kefirextrakt auf mehrere Faktoren einwirkt, die Zellen zerstören oder reparieren. Am deutlichsten fällt dabei zum einen auf, dass freie Radikale abnehmen und dass es zur Aktivierung eines Systems kommt, das die beschädigte DNA repariert und Dimer und Thymin entfernt. Die antioxidative Wirkung von Kefir wurde auch im Tierversuch deutlich. So reduziert der Verzehr von Kefir bei Mäusen die oxidativen Schäden, die durch Tetrachlormethan im Nieren- und Lebergewebe verursacht werden (Güven et al., 2003). In diesem Versuch weist Kefir eine größere antioxidative Wirkung auf als das dafür bekannte Vitamin E.

10) Kefir begünstigt eine antitumorale Aktivität

Manche Studien zeigen, dass Kefir die Entwicklung und Ausbreitung von Krebszellen hemmt. So haben Shiomi et al. (1982) beobachtet, dass die orale Gabe eines löslichen Mehrfachzuckers, der aus Kefirkörnern isoliert worden war (wahrscheinlich handelte sich sich hier um Kefiran) bei Mäusen das Wachstum von eingepflanzten Tumoren hemmt. Gleiches bestätigte sich auch bei Liu et al. (2002) nach der oralen Einnahme von Kefir oder mit durch Kefirkörner fermentiertem Sojasaft. Chen et al. (2007) haben außerdem bemerkt, dass Milchkefir die Verbreitung von Brustkrebszellen reduziert, ohne das Wachstum gesunder Epithelzellen zu verändern.

Hinzu kommt, dass Kefir ein köstliches Getränk ist, das sogar etwas an Limonade erinnert.

Kefir ist außerdem ein günstiges Getränk. Kefirpilze wachsen nämlich sehr schnell. Man kann sie untereinander weitergeben und tauschen und muss dafür kein Geld ausgeben.

Wie aber trinkt man Kefir?

Im Internet findet man zahlreiche Kefirrezepte.

Was die Menge anbetrifft, so macht es Sinn, morgens auf nüchternen Magen und/oder vor einer Mahlzeit ein großes Glas Kefir zu trinken. In Form einer Kur kann man am Tag bis zu einen Liter Kefir trinken.

Diabetiker und schwangere Frauen sollten allerdings vorher ihren Arzt um Rat fragen. Kefir enthält nämlich 0,5 % Alkohol. Kefirkörner sollten außerdem nie mit Metall in Kontakt kommen.

Aufbewahrung: Sollten Sie bei Ihrer Kefirproduktion eine Pause einlegen wollen, bewahren Sie die Kefirkörner in gezuckertem Wasser im Kühlschrank auf.