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Im Internet, auf Websites, in Artikeln, Foren, Videos und auch Büchern kann man hierzu alles Mögliche lesen.

Während manche meinen, eine vegane Lebensweise sei nichts für Menschen und schade unserer Gesundheit, sind andere der Ansicht, dass es sich dabei um eine Art der Ernährung handelt, die für uns optimal ist.

Beide Behauptungen lassen sich jeweils durch Beispiele stützen. Von manchen hat sich der Gesundheitszustand ein, zwei oder mehrere Jahre nach dem Beginn ihrer veganen Ernährung verschlechtert. Bei anderen hat er sich wiederum verbessert.

Man darf sich also völlig zurecht die Frage stellen, wie gesund vegan ist.

Schauen wir uns das Ganze in diesem Artikel an!

Nicht richtig ist es meiner Meinung nach, Menschen nach ihrem Ernährungsstil in verschiedene Gruppen einzuteilen. Dies schafft Unmut und führt bisweilen sogar zu Hass.

Das Wort „vegan“ allein sagt noch nicht viel aus. So verstehen wir darunter nicht unbedingt dasselbe. (Dies trifft im Prinzip auf jede Art der Ernährung oder der Diät zu.)

Daher zunächst ein paar Informationen zu veganer Ernährung:

Vegane Ernährung verzichtet auf sämtliche Produkte tierischen Ursprungs (auch Produkte, wie Eier und Milch).

Während manche Veganer hauptsächlich Getreide, Hülsenfrüchte und gekochtes Gemüse essen, setzen andere vorwiegend auf Gemüse oder Obst und verzichten vollständig auf Getreide. Manche essen alles in gekochter Form, andere nur Rohkost oder beides.

Veganer ernähren sich also ganz unterschiedlich. Es ist daher nicht möglich zu sagen, vegane Ernährung ist für die Gesundheit schlecht oder gut.

Unsere Gesundheit hängt außerdem nicht nur von der Ernährung, sondern auch noch von anderen Faktoren ab.

Einer ist z. B. die Verdauung.

Wir können uns so gut ernähren, wie wir wollen. Wenn wir nicht auf unsere Verdauung achten, bekommen wir mit unserer Gesundheit auf jeden Fall Probleme. Eine schlechte Verdauung führt zu Dysbiosen, also einem Ungleichgewicht der Darmflora. Die Darmflora ist zum Großteil für unser Immunsystem sowie für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich. (Werden Nährstoffe nur schlecht absorbiert, kommt es zu Mangelerscheinungen.)  

Zu einer schlechten Verdauung führen z. B.:

Ein schlechtes Kauen der Lebensmittel (wir sollten alles 30-mal kauen); ungeeignete Kombinationen von Lebensmitteln (eine Kombination von sauren Lebensmitteln und Stärke bzw. Getreide verursacht z. B. bei der Speichel-Amylase, die für die Verdauung von Mehrfachzucker zuständig ist, eine Enzymblockade), ein Zuviel an Lebensmitteln, ein Zuviel an Wasser während der Mahlzeiten (hierdurch wird der Magensaft zu sehr verdünnt, worunter wiederum die Verdauung leidet); eine Nichteinhaltung von Verdauungszeiten (ein Verdauungsvorgang, der unterbrochen wird, erzeugt Dysbiosen); Essen zwischen den Mahlzeiten (ebenfalls eine Ursache von Dysbiosen); Essen bei Lärm oder zu wenig geeigneten Uhrzeiten (man sollte z. B. nicht zu spät abends essen); körperliche Aktivitäten, obwohl der Verdauungsvorgang noch nicht abgeschlossen ist…

Alle diese Beispiele können zu Dysbiosen bzw. zu einem Ungleichgewicht der Darmflora führen. Sich für seine Verdauung zu interessieren ist also sehr wichtig!

 

Individuelle Faktoren sind:

Blut, Plasma, Lymphe, Zustand der Organe, Instertitialflüssigkeit (Gewebsflüssigkeit) sowie die Lebensweise des Einzelnen.

Beispiele:

Wer empfindliche Därme hat, deren Schleimhäute entzündet sind, verträgt (je nach Grad der Entzündung) Rohkost schlecht. Dies ist auch der Fall bei Menschen mit einer eher trägen Verdauung. Solche Personen sollten also auf Rohkost verzichten, bis sich dies verändert hat.  

Menschen, die von einer starken Candidose betroffen sind, also in den Därmen zu viele Pilze haben, sollten nur wenig Zucker zu sich nehmen, da sich die Situation sonst verschlechtern kann.

Chronischer Stress und Acidose begünstigen einen verstärkten Abbau von Gewebe, Zellen und Nervensystem. Beides erhöht den Bedarf an Aminosäuren sowie an Fettsäuren, wie z. B. EPA und DHA.
Leiden Personen nicht nur unter chronischem Stress, sondern auch unter einem schlecht funktionierenden Verdauungssystem, sollten sie nicht unbedingt auf Proteine pflanzlichen Ursprungs setzen.
Aminosäuren pflanzlichen Ursprungs unterscheiden sich stark von denen tierischen Ursprungs, da sie sich in einer Art Schutzhülle (einer Membran aus Zellulose) befinden. Aminosäuren tierischen Ursprungs weisen dagegen eine höhere Bioverfügbarkeit auf. Eine Person mit großen Verdauungsschwierigkeiten wird es nicht schaffen, Pflanzen die Gesamtheit ihrer Aminosäuren zu entziehen, was dann wiederum zu Mangelerscheinungen führt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Aminosäuren tierischen Ursprungs besser sind als Aminosäuren pflanzlichen Ursprungs. Letztere machen jedoch eine größere Verdauungsleistung nötig als tierische Proteine.

Wer extrem poröse Därme hat, kann glutenhaltiges Getreide, wie Weizen, Roggen, Hafer usw., nicht essen. Andernfalls kann es zu einem emotionalen Ungleichgewicht kommen.

Wer unter einer schlechten Sauerstoffversorgung der Lunge leidet, sollte nur säurearmes Obst essen und anderes meiden. Schwache Säuren wirken sich nämlich auf die Lunge aus. Befolgt man dies nicht, kann es zu einer Übersäuerung des Organismus kommen.
Ernährung sollte sich also immer nach den individuellen Voraussetzungen richten.

 

Ein dritter Faktor sind die Lebensmittel selbst.

Im Rahmen einer veganen Ernährungsweise kommt es bei der Wahl der Lebensmittel häufig zu Irrtümern.

Wenn man zu viele Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index isst, kann dies zu einer Störung der Bauchspeicheldrüse führen. Dies wiederum ist die Ursache für Krankheiten wie Diabetes. Ferner sind Kreislaufprobleme möglich.
Wer als Veganer hauptsächlich auf Produkte aus der Industrie und damit auf viel Chemie setzt, belastet seinen Körper. Unser Organismus ist nicht dafür da, tote Lebensmittel ohne Enzyme und voller giftiger Moleküle zu essen! Beispiel: Transformierter Basmati-Reis, d. h., Reis, der über keine Cellulosemembran mehr verfügt, hat einen höheren glykämischen Index als Vollkornreis, der nicht transformiert ist und seine Membran noch hat. Dies liegt daran, dass die Fasern noch vorhanden sind und daher einen Großteil der Kohlenhydrate absorbieren können.

Unser Körper braucht frische, nicht verarbeitete Lebensmittel, also Obst und Gemüse. Wenn wir ihn nur mit verarbeiteten Lebensmitteln ernähren, dürfen wir uns über Mangelerscheinungen und Probleme nicht wundern.

Sehr wichtig ist außerdem die Qualität der Lebensmittel. Was Obst und Gemüse betrifft, sollten wir uns für biologisch erzeugte Lebensmittel mit vielen Nährstoffen entscheiden.

Je nachdem, was man als Veganer isst und ob diese Lebensmittel auf den eigenen Körper abgestellt sind, kann eine vegane Ernährung sehr gesundheitsfördernd sein.

 

Der vierte Punkt ist unsere Einstellung.  

Im letzten Abschnitt meines Artikels möchte ich mich zur starren, wenig flexiblen Einstellung äußern, die man bei manchen Veganern beobachten kann.

Eine solche Einstellung trifft bei anderen Menschen häufig auf Unverständnis und kann so für einen selbst zu einem großen Stress werden.
Stress aber führt zu einer Überproduktion von Kortisol, wodurch es wiederum zu einer Übersäuerung des Organismus oder aber zu einem hohen Blutzuckerspiegel kommen kann. (Bei Kortisol handelt es sich um ein Hormon mit einer blutzuckersteigernden Wirkung.)
Kommt es zu einer verstärkten Erzeugung von Kortisol, beeinflusst dies außerdem die Produktion anderer Hormone, beispielsweise Schilddrüsenhormone. Schilddrüsenfehlfunktionen sind die Folge.

Starre, dogmatische Einstellungen isolieren ferner und verhindern soziale Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen, was sich natürlich auf den Gesundheitszustand des Einzelnen auswirkt.

Einsamkeit macht uns nicht nur krank, sie bringt uns um. Das Sterblichkeitsrisiko von einsamen Menschen ist in etwa genauso hoch wie das von Rauchern. Einsamkeit ist ferner zweimal gefährlicher als Übergewicht.

Soziale Isolation fährt das Immunsystem herunter und erhöht Entzündungen, was wiederum zu Arthritis, zu Typ-2-Diabetes sowie zu Herzerkrankungen führen kann. Einsamkeit bricht Herzen…

 

ZUSAMMENFASSUNG:

Obwohl ich in diesem Artikel nur wenige Punkte ansprechen und nur einige Beispiele angeben konnte, wird doch deutlich, dass man nicht so pauschal sagen kann, dass es gut oder schlecht ist, sich vegan zu ernähren. (Dies trifft im Übrigen auch auf andere Ernährungsweisen zu.)

Ob wir durch eine vegane Ernährung gesünder oder kränker werden, hängt von unserer Art zu essen, von den Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen, von eventuellen Vorerkrankungen sowie davon ab, ob wir unsere Verdauung respektieren oder nicht.

Wenn es zu gesundheitlichen Problemen kommt, dann liegt das nicht an einem Ernährungsstil. Der Ernährungsstil ist auch nicht entscheidend, wenn man gesünder werden will. Wichtig sind vielmehr die vorher erwähnten Punkte und die konkrete Umsetzung des Ernährungsstils.

Bevor man sich für eine bestimmte Ernährung entscheidet, sollte man daher seinen Körper kennen und bestimmte Dinge über das Funktionieren des menschlichen Körpers wissen.

Danke fürs Lesen!

Euer Eatman – Anhänger der Permakultur und Lebensberater