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Selbst wenn Pharmaunternehmen dies unserem globalen Unterbewusstsein weismachen wollen: Wechseljahre sind keine Krankheit! Vielmehr handelt es sich bei der Menopause – genauso wie bei der Pubertät – um einen natürlichen Prozess, dem der weibliche Körper unterworfen ist, wenn er altert.

Was genau versteht man unter Menopause?

Der Begriff Menopause leitet sich vom griechischen Mên (Monat, Mondzyklus) und Pausis (Ende) ab. Gemeint sind also das Ende von Monatsblutung und Eierstockfunktion. Unterteilen lässt sich diese wichtige Zeit im Leben einer Frau in 3 Abschnitte:

  • Die zwischen 2 und 8 Jahren (im Schnitt 5 Jahre) dauernde Perimenopause, während der die meisten Symptome auftreten und die Monatsblutungen unregelmäßiger werden bzw. mehr Zeit zwischen den einzelnen Blutungen liegt. Ursache hierfür ist eine Hormonumstellung, welche die für den Monatszyklus verantwortlichen Hormone (Östrogene, Progesteron) betrifft. Eine Zeit, in der es immer noch zu Schwangerschaften kommen kann.
  • Die Menopause, bei der es in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten zu keiner Regelblutung mehr kommt, die Eierstöcke keine Eizellen mehr freisetzen und die Produktion von Östrogenen und Progesteron nachlässt.
  • Die Postmenopause, während der Symptome abnehmen und der Körper sich daran gewöhnt, anders zu funktionieren.

Die Menopause wird in Deutschland im Schnitt mit 52 Jahren erreicht. In Frankreich befinden sich 80 % der Frauen zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr in den Wechseljahren, 7 % zwischen 40 und 44 Jahren und 83 % zwischen 50 und 54 Jahren. Wenn Frauen bereits mit 39 Jahren in die Wechseljahre kommen, spricht man von einer vorzeitigen Menopause. Treten die Wechseljahre nach dem 57. Lebensjahr der Frau auf, handelt es sich um eine späte Menopause.

In manchen Kulturen betrachtet man die Menopause als einen besonderen Grad der Reife, mit der Frauen als besonders wertvoll gelten, über mehr Macht verfügen und ihnen viel Respekt entgegengebracht wird. Die Wechseljahre werden in manchen Teilen der Welt also als etwas sehr Positives gesehen, ein Standpunkt, den wir auch im Westen einnehmen sollten.

„Während die Wechseljahre bei manchen Frauen ohne große Probleme vorübergehen, kommt es bei anderen zu starken Symptomen. Die Zeit der Fortpflanzung ist zu Ende, der Zyklus verändert sich und setzt in uns eine neue schöpferische Kraft frei. Dies erlaubt jeder Frau, sich neu zu definieren und in ihre eigene Kraft zu kommen.“

Hébert Mona, Homöopath, Kräuterkundiger und Naturheilkundler

 

Wozu dienen die Regelblutungen der Frau?

Die Vagina der Frau ist ein Ausscheidungsorgan. Regelblutungen erlauben es Frauen, jeden Monat ihre Abfallstoffe zu eliminieren. Die Monatsblutung kann daher als ein Prozess gesehen werden, der reinigt. Regelblutungen sollten nicht durch Hormone abgestellt werden, da jene Abfallprodukte sonst im Körper der Frau verbleiben und ein toxisches Milieu erzeugen, das die  Entstehung von Krankheiten fördert.

Die Pubertät setzt heutzutage immer früher ein und beginnt nunmehr im 11. oder 12. Lebensjahr (früher handelte es sich eher um das 15. oder 16. Lebensjahr). Die Menopause verschiebt sich dagegen nach hinten. Feststellen kann man außerdem, dass die Regelblutung bei Vegetarierinnen sehr spät einsetzt, während ihre Wechseljahre rund um das 47. bis 50. Lebensjahr beginnen. Der hormonelle Einfluss ist kürzer, die Schwächung von Gebärmutterschleimhaut und Brustzellen fällt geringer aus. Vegetarierinnen besitzen ferner ein niedrigeres Risiko, an Krebs zu erkranken.

Warum kommt es bei Frauen zu Wechseljahresbeschwerden?

Die Wechseljahre fallen bei Frauen sehr unterschiedlich aus. Mit der Menopause verliert die Frau eines ihrer Ausscheidungsorgane. Abfallprodukte sammeln sich daher v. a. dann tendenziell an, wenn die anderen Ausscheidungsorgane geschwächt sind. Wie gut oder schlecht es einer Frau in den Wechseljahren geht, hängt davon ab, wieviele Schadstoffe sich angesammelt haben.

Welche Symptome sind am häufigsten?

Auftretende Symptome können sowohl psychischer als auch körperlicher Natur sein. Am häufigsten sind

  • Hitzewallungen: Diese hängen vom Stoffwechsel ab und werden dadurch erzeugt, dass der Körper Abfallprodukte verbrennt, wodurch Hitze produziert wird. Zu Hitezwallungen kommt es oft in der Nacht, wenn der Organismus sich reinigt. Abfallprodukte werden dann über die Haut ausgeschieden, wobei die Schweißdrüsen Säuren ausscheiden und die Talgdrüsen für kolloidale Abbauprodukte zuständig sind.  Verantwortlich für das Entstehen von Hitzewallungen ist aber auch eine verminderte Ausschüttung von – die Temperatur der Haut regulierenden – Östrogenen. Man schwitzt also, um eine Überhitzung des Organismus zu vermeiden. Die Naturheilkunde empfiehlt, den Körper absichtlich zum Schwitzen zu bringen, um ihm so bei der Ausscheidung von Abfallprodukten zu helfen. Dies ist insbesondere in Trockensaunen, Hammams und z. B. mit Terpentin-Bädern nach Dr. Salmanoff möglich.
  • Wassereinlagerungen: Der Organismus setzt auf Wassereinlagerungen, um die Konzentration von Abfallprodukten im Blut zu senken.
  • Gewichtszunahme: Eine weitere Art, die Zahl der Abfälle im Blut zu verringern, ist, sie in Form von Fett zu speichern.
  • Erhöhung der Herzfrequenz zum leichteren Ausscheiden von Abfallprodukten.
  • Abnahme der Muskelspannung sowie Osteoporose: Wer seinem Körper genügend Kalzium und Magnesium zuführt und einer gemäßigten sportlichen Aktivität nachgeht, welche Muskeln und Knochen positiv beeinflusst, kann dies vermeiden.
  • Osteoporose: Der Körper versucht, Säureabfälle zu neutralisieren, was dazu führt, dass im Blut Mineralstoffe freigesetzt werden und es zu einer Demineralisation des Organismus kommt. Um einem Osteoporoserisiko möglichst erfolgreich zu begegnen, sollte man sich hypotoxisch und überwiegend pflanzlich ernähren und sich jeden Tag bewegen.
  • Veränderung der Libido: Während sich manche Frauen erst so richtig entfalten, stellen andere jegliche sexuelle Aktivität ein.
  • Scheidentrockenheit: Durch die Abnahme der Östrogene werden Vulva und Schleimhaut der Vagina nicht mehr wie vorher versorgt.
  • Entzündung von Blase und Scheide: Das normalerweise saure Milieu der Scheidenflora kann aufgrund des Mangels an Milchsäure alkalischer werden. Im Zusammenhang mit einer aus dem Lot geratenen Darmflora und einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand kann es außerdem zu einem verstärkten Wachstum von Candida albicans kommen, was wiederum zu einer Scheidenpilzinfektion führt.
  • Schlafstörungen, darunter Schlaflosigkeit
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Reizbarkeit, Stimmungwechsel, Depressionen
  • Andere – den Einzelnen betreffende -Symptome

Die Allopathie empfiehlt Frauen häufig, zur Reduzierung von Wechseljahrsbeschwerden ihren Hormonhaushalt mit synthetisch hergestellten Hormonen auszugleichen. Die Behandlung von Symptomen ist jedoch keine Lösung. Mehr Wohlbefinden ist dagegen durch eine Veränderung der Lebensweise sowie durch natürliche Alternativen möglich.

Hier ein paar Empfehlungen:

1/ Sich hypotoxisch ernähren:

  • Auf überwiegend biologische, frische, saisonale und lokal erzeugte Produkte setzen.
  • Für eine optimale Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen, Enzymen und Mineralstoffen viel Obst, Gemüse und Blattgemüse essen (ein Teller Essen besteht idealerweise zu 80 % aus Gemüse sowie zu 20 % aus fettarmen Proteinen).
  • Für einen gesunden Schlaf sowie zum Abbau von Schadstoffen und der Verringerung von nächtlichen Hitzewallungen am Abend nur wenig essen.
  • Viel Rohkost (in der Naturheilkunde spricht man von „lebendiger Ernährung“) zu sich nehmen.
  • Auf eine gute Zufuhr an pflanzlichen Eiweißstoffen (Keimlinge, Algen, insbesondere Spirulina, Shiitake, frischen Pollen, Weizensprossen, Bierhefe, Quinoa usw.) achten.
  • Sich gut mit Omega 3, Kalzium und Vitamin D versorgen.
  • Auf raffinierte und verarbeitete Produkte verzichten (also keine Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und auch nicht zu viel Salz bzw. Zucker zu sich nehmen).
  • Von folgenden Lebensmitteln nur wenig verzehren:
    • Fleisch, Wurstwaren usw.
    • Milchprodukte (begünstigen Entzündungen, stattdessen Kalzium pflanzlichen Ursprungs aus Mandeln, Sesam, Petersilie, Brokkoli, Spinat und anderem grünen Gemüse bevorzugen)
    • Gluten: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Kamut, Dinkel
    • FODMAPS (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole) wie Kohl
    • Kaffee, Schwarztee, Schokolade, Wein und sonstiger Alkohol

2/ Jeden Tag einer gemäßigten körperlichen Aktivität nachgehen, die Muskeln und Knochen stärkt.

3/ Eine Stressbewältigungs- bzw. Entspannungsmethode praktizieren (z. B. Yoga, Meditation…):

Wer zur Abmilderung von Wechseljahresbeschwerden Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte sich von einem Heilpraktiker individuell beraten und sich auch in Bezug auf seine Lebenshygiene Tipps geben lassen.

Sarah Juhasz

Bioingenieurin