Veganismus ist in den letzten Jahren wahrlich geboomt. Noch 2013 hat der „Veggie-Day“-Vorschlag der Grünen einen riesengroßen Shitstorm erzeugt. Und dabei ging es „nur“ um den Verzicht auf Fleisch! Vegan zu leben beinhaltet noch viel mehr. Es bedeutet den Verzicht auf alle Produkte, bei denen Tiere ausgebeutet werden, sei es Milch, Eier oder auch Honig.

Aber was ist der Vorteil, vegan zu leben?

Es gibt gesamtgesellschaftliche Vorteile, wie z.B. Wasser-Einsparungen. Für die Produktion eines Kilo Fleisches sind 16.000 Liter Wasser nötig (zum Vergleich: ein Kilo Weizen benötigt 1.350 Liter). Oder auch die CO2-Bilanz. Die weltweite Tierhaltung gehört mit rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen zu den wichtigsten Verursachern der globalen Erwärmung. Dazu gehören sowohl direkte Emissionen wie z.B. aus dem Magen freigesetztes Methan bei Rindern, vor allem aber Emissionen bei der Futtererzeugung inklusive Abholzungen zur Landumwandlung.

Vor allem Wiederkäuer haben einen extrem hohen CO2-Ausstoß: Pro Kilo Rindfleisch werden umgerechnet 13,3 Kilo CO2 freigesetzt. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Mischbrot produziert 0,75 Kilo CO2, Äpfel 0,5 Kilo CO2, und Tomaten 0,2 Kilo CO2.

Und auch was die Ernährungslage in der Welt angeht, ist Veganismus ein großer Vorteil, denn Tiere, die für Nahrung gezüchtet und später getötet werden, müssen bis zu 16 kg Getreide essen, um 1  kg Fleisch aufzubauen, also 16 kg Getreide, das nicht für die menschliche Ernährung zur Verfügung steht!

Ein weiterer Punkt ist die Ethik. Ist es moralisch richtig, Tiere zu töten? Sie in der Massentierhaltung Eier oder Milch produzieren zu lassen?

Wir verhätscheln unsere Haustiere, halten die sogenannten Nutztiere aber wie Sklaven. Ist das menschlich?

Immer wieder wird festgestellt, dass es, sogar im Biobereich, Geflügelhöfe für die Bio-Ei-Produktion eine unsäglich qualvolle Tierhaltung gibt. Und auch solche Initiativen wie „Bruder-Ei“ verschieben das Schreddern der „nicht benötigten“ Hähnchen um einige Wochen, um sie dann für den Grill zu töten.

Nicht zuletzt ist die vegane Lebensweise sogar gesünder als der Konsum von tierischen Produkten! Denn in der konventionellen Landwirtschaft Hormone und Antibiotika eingesetzt, die dann auch vom Menschen aufgenommen werden. Und auch biologisch „erzeugten“ Produkten sind ungesund. Zum einen wegen der Stresshormone, die durch die Haltung und Schlachtung der Tiere entsteht. Zudem enthält Tiereiweiß im Vergleich mit Pflanzeneiweiß deutlich mehr schwefelhaltige Eiweißbausteine, insbesondere die Aminosäure Methionin, was zur Bildung von fixen Säuren im Körper führt. Alles überschüssige Methionin muss zum besonders ungesunden Homocystein abgebaut werden. Zu viel tierisches Eiweiß kann die Nieren mit Säuren belasten, aber auch allmählich zu„Eiweißspeicherkrankheiten“ wie dem Metabolischen Syndrom, Bluthochdruck, Arthrose und Diabetes führen.

Allerdings ist es wichtig, nicht einfach tierische Zutaten aus dem Leben zu streichen, denn dann kann es zu Eisen- oder Vitamin-B-12-Mangel führen. Und auch die Zubereitung veganer Nahrung muss geübt werden, da wir alle mit tierischen Produkten aufgewachsen sind.

Aber mit ein bisschen Wissen und Übung ist veganes Leben leicht und lecker umzusetzen – und sicher auch kein Trend, der bald wieder verschwindet.

Ursula Podeswa, Publizistin

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